Bis Dezember 2019 haben die Kapellmeister Pawel Poplawski und Martin Fischer-Dieskau eine Gesamtaufnahme des Werks Der Künder von Antal Doráti mit Gesangssolisten der Komischen Oper Berlin und des Theaters Magdeburg mit Klavierbegleitung erstellt. Sie dient als klanglicher Anhaltspunkt und vermittelt dem Regieteam erste musikalische Eindrücke des Werks.

2019 begeht die lettische Hauptstadt Riga die 30jährige Wiederkehr der ›singenden Revolution‹ von 1989. Martin Fischer-Dieskau hatte damals mit der Aufführung des Brahms-Requiems in Rigas Dom und Symphonieprogrammen die Ehre, den sogenannten Baltischen Weg mitbeschreiten zu dürfen. Heute will die Lettische Nationaloper mit ihrer musikgeschichtlichen Bedeutung (Richard Wagner, Bruno Walter, Leo Blech) und die Stadt Riga mit ihren über die Jahrhunderte wechselvollen jüdischen Bezügen mit der Einstudierung der Weltpremiere Der Künder einen signifikanten Beitrag zum BUBER DORÁTI FESTIVAL leisten.

2019 steht in Jerusalem außerdem die lang erwartete Eröffnung des Museum of Tolerance bevor. Mit seiner innovativen Architektur bietet es dem Monumentalwerk Der Künder ein sensationelles Präsentationsforum. Der Bühnenbildner Mathias Fischer-Dieskau wird sich der Herausforderung einer szenographischen Realisation für alle in Aussicht genommenen Aufführungsorte stellen: die lettische Nationaloper Riga, das neue Museum of Tolerance in Jerusalem, die Deutsche Oper Berlin und voraussichtlich weitere Häuser in Deutschland und Europa.

Das Jahr 2020 dient der endgültigen Festlegung aller möglichen Kooperationspartner in Deutschland und Europa sowie der Erarbeitung aller notwendigen Bühnenkonzeptionen, der Vergabe und Einstudierung aller zwölf solistischen Partien der Oper, des Chores der lettischen Nationaloper, den Beginn der Herstellungsarbeiten der Dekorationen sowie der Koordination aller unserer Konferenzteilnehmer. Außerdem wird über die besondere Art und Weise der Integration des Israel Symphony Orchestra, des offiziellen Klangkörpers der Israeli Opera, entschieden werden.

2021: Der Regisseur Axel Ranisch sorgt mit den Sängerdarstellern für die szenische Realisierung eines gemeinsam erarbeiteten theatralischen Konzepts. Inzwischen hat sich auch das Israel Symphony Orchestra Rishon LeZion, das Opernorchester der Israeli Opera, ›unter‹ dem Dirigenten Martin Fischer-Dieskau mit den intrikaten Besonderheiten von Antal Dorátis Partitur in sogenannten Orchester-Allein-Proben vertraut gemacht, bevor die Arbeit mit den Musikern des Orchesters der lettischen Nationaloper Riga beginnt, das für alle Aufführungen außerhalb Israels unser musikalischer Partner sein wird.
Jetzt geht man in die Phase des Zusammenführens aller Elemente bei den Bühnen-Orchester-Proben, den ›BOs‹ des Bühnenjargons. An deren Ende stehen schließlich Haupt- und Generalprobe, beide bereits in Kostüm und Maske. Unser Partner in Israel ist das Team von TADMORE ENTERTAINMENT ISRAEL unter Emilio Schenker und Ella Flexer (verantwortlich für die Ausgestaltung des ESC 2019 in Israel), die in Absprache und Kooperation mit der ›Israeli Opera‹ Ranischs Regie auf die Bühne des Amphitheaters im Museum of Tolerance zaubern werden. Das ISRAEL SYMPHONY ORCHESTRA wird für unsere israelischen Darbietungen den besonderen akustischen Verhältnissen der innovativen Bühnensituation entsprechend platziert. In zwei Festivalaufführungen und einer Sondervorstellung für Kinder und Jugendliche wird Dorátis und Bubers Oper Der Künder Ende August oder zu Beginn des Monats September seine Weltpremiere nach Riga also auch in Jerusalem erleben. Anschließend begibt sich das Ensemble für weitere Aufführungen des Künders auf die Reise an andere Opernhäuser nach Deutschland und ggf. ins europäische Ausland. Für reibungslosen Komfort sorgt die TAL AVIATION GROUP Tel Aviv.

An einem der Ruhetage zwischen den Aufführungen findet die große internationale Konferenz zum Thema ›Jüdische Integration und internationales Musiktheater‹ in Berlin statt. Hier kommen führende Wissenschaftler der Universitäten von Chicago, Jerusalem, Berlin, München und Düsseldorf beispielsweise im Foyer der Deutschen Oper zusammen, um einer interessierten Öffentlichkeit Einblick in die komplexen Synergien von Politik und Musiktheater zu gewähren. Grundlage sind die Forschungsergebnisse der neuen kritischen Gesamtausgabe aller Werke Martin Bubers bei Bertelsmann/Random House unter der Leitung von Paul Mendes-Flohr und Bernd Witte.