Bis Oktober 2019 haben die Kapellmeister Pawel Poplawski und Martin Fischer-Dieskau eine Gesamtaufnahme des Werks Der Künder von Antal Doráti mit Gesangssolisten der Komischen Oper Berlin und des Theaters Magdeburg mit Klavierbegleitung erstellt. Sie dient als klanglicher Anhaltspunkt und vermittelt dem Regieteam erste musikalische Eindrücke des Werks.

2019 steht in Jerusalem außerdem die lang erwartete Eröffnung des Museum of Tolerance bevor. Mit seiner innovativen Architektur bietet es dem Künder ein sensationelles Präsentationsforum. Der Bühnenbildner wird sich der Herausforderung einer Bühnenkonzeption für beide Aufführungsorte stellen: das neue Museum in Jerusalem und die Deutsche Oper in Berlin.

Das Jahr 2020 verspricht für den Künder weitere wichtige künstlerische Impulse: Der RIAS Kammerchor oder eine der anderen professionellen Chorvereinigungen Berlins beginnt seine Einstudierung der anspruchsvollen Chorpartie, um bei der Uraufführung sowohl in Jerusalem als auch in Berlin einmal mehr von seiner gewohnten Konzerttätigkeit abweichend auf der Bühne zu agieren, optisch verstärkt durch Statisterie. Wir freuen uns darauf! Ein internationales Sängerensemble hat sich währenddessen rekrutiert und beginnt mit der musikalischen Einstudierung.

2021: Der Regisseur Axel Ranisch sorgt mit den Sängerdarstellern für die szenische Realisierung eines gemeinsam erarbeiteten theatralischen Konzepts. Inzwischen hat sich das Israel Symphony Orchestra Rishon LeZion, das Opernorchester der Israeli Opera, ›unter‹ dem Dirigenten Martin Fischer-Dieskau mit den intrikaten Besonderheiten von Antal Dorátis Partitur in sogenannten Orchester-Allein-Proben vertraut gemacht.
Jetzt beginnt die Phase des Zusammenführens aller Elemente bei den Bühnen-Orchester-Proben, den ›BOs‹ des Bühnenjargons. An deren Ende stehen schließlich Haupt- und Generalprobe, beide bereits in Kostüm und Maske, wofür eine Schar israelischer Make-up-Künstler und Gewandmeister die Verantwortung übernehmen. Unser Partner ist das Team von TADMORE ENTERTAINMENT ISRAEL unter Emilio Schenker und Ella Flexer, die in ständiger Absprache und Kooperation mit der ›Israeli Opera‹ Ranischs Regie auf die Bühne des Amphitheaters im Museum of Tolerancezaubern werden. Das ISRAEL SYMPHONY ORCHESTRA wird den besonderen akustischen Verhältnissen der innovativen Bühnensituation entsprechend platziert. In zwei Festivalaufführungen und einer Sondervorstellung für Kinder und Jugendliche wird Dorátis und Bubers Oper Der Künder Ende August oder zu Beginn des Monats September seine Weltpremiere in Jerusalem erleben. Anschließend begibt man sich für zwei weitere Aufführungen des Künders auf die Reise nach Berlin an die Deutsche Oper. Für reibungslosen Komfort sorgt die TAL AVIATION GROUP. Die Techniker der Deutschen Oper werden Bild und Beleuchtung den variierenden technischen Begebenheiten ihrer Bühne anpassen. Nach einer ersten Berliner Nacht nehmen am nächsten Morgen die Musiker des ISRAEL SYMPHONY ORCHESTRA von dem akustisch renommierten ›mystischen  Abgrund‹ des Opernhauses an der Bismarckstrasse Besitz.

Der Ruhetag zwischen den beiden Aufführungen ist der Tag der großen internationalen Konferenz. Hier haben sich führende Wissenschaftler der Universitäten von Chicago, Jerusalem, Berlin, München und Düsseldorf im Foyer der Deutschen Oper zusammengefunden, um einer interessierten Öffentlichkeit Einblick in die komplexen Synergien von Politik und Musiktheater zu gewähren. Grundlage sind die Forschungsergebnisse der neuen kritischen Gesamtausgabe aller Werke Martin Bubers bei Bertelsmann/Random House.