Folgende Persönlichkeiten haben sich bereits zur Konferenz geäußert.

Prof. Dr. Paul Mendes-Flohr

Buber spricht von einem ›Leben des Dialogs‹. Diese universelle Botschaft durchdringt sowohl Bubers Schauspiel wie auch Dorátis Oper auf eindrucksvolle Weise: Unsere zwischenmenschlichen Beziehungen – unsere Ich-Du-Kontakte – müssen sich auch auf unser soziales und politisches Umfeld auswirken. Ethik und Politik sind letztlich ein und dasselbe.
Diese Hoffnungen haben Maestro Martin Fischer-Dieskau in seiner unnachgiebigen Überzeugung bestärkt, den Künder aus Dorátis Nachlass zum Leben zu erwecken. Seine Vision wird von solch eminenten Partnern wie der Israeli Opera und dem Israel Symphony Orchestra geteilt.

Tamar Goldschmidt

Die Aufführung von Dorátis Oper gestattet einen weiteren Aspekt der Ideenwelt unseres Urgroßvaters wahrzunehmen, die für uns heute so wichtig erscheint wie ehedem.
Die Welturaufführung Der Künder verheißt außerdem Gelegenheit, das Erscheinen der neuen Martin-Buber-Werkausgabe mit einer internationalen Konferenz zu begehen.

Prof. Dr. Jens Malte Fischer

Ich halte das von Prof. Dr. Martin Fischer-Dieskau inaugierte Projekt der Uraufführung der Oper Der Künder von Antal Doráti nach dem Mysterienspiel Eliah von Martin Buber für einen Plan von eminenter kultureller und kulturpolitischer Bedeutung […]

Prof. Dr. Peter Schäfer

Sehr geehrter, lieber Herr Fischer-Dieskau,
mit großer Freude höre ich, dass der Plan einer Aufführung von Antal Dorátis Oper Der Künder zusammen mit einer Konferenz zum Abschluss der kritischen Ausgabe von Bibers Werken nun Gestalt annimmt.
Ich selbst habe zusammen mit meinem Kollegen Paul Medes-Flohr die Martin-Buber-Werkausgabe als Projekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Israell Academy of Sciences und Humanities initiiert und viele Jahre als Co-Hauptherausgeber betreut. Auch nach meinem Ausscheiden aus der Herausgeberschaft bin ich dem Projekt eng verbunden geblieben. Ich bin dankbar und glücklich, dass der erfolgreiche Abschluss dieses großen Vorhabens nun bevorsteht.
Zu der von Ihnen mit Paul Mendes-Flohr entwickelten Idee, den Abschluss der Buber-Werkausgabe mit der Erstaufführung von Dorátis Oper zu verbinden, die auf Bibers Mysterienspiel Elijah basiert, kann ich Sie nur beglückwünschen. Bubers Leben und Werk, das wie kaum ein anderes für die Notwendigkeit des Dialogs und des von gegenseitigem Respekt getragenen Interessenausgleichs zwischen Individuen, Völkern und Religionen steht, ist heute wieder von ungebrochener Aktualität. Antal Doráti, der seine Karriere in Deutschland begann und 1933 zunächst nach Frankreich und dann in die USA emigrieren musste, verkörperte in seinem Werk die Ideale und in seinem Leben ihre brutale Zerstörung. Dass beide zusammen, Buber und Doráti, nun in Deutschland und Israel gewürdigt werden sollen, ist ein Zeichen von großer öffentlicher Bedeutung.

Mit herzlichen Grüßen und allen guten Wünschen für den Erfolg dieses großartigen Projektes,

gez. Ihr Peter Schäfer

Prof. Dr. Jürgen Maehder

[…] jede Bereicherung des Repertoires ist willkommen, und da es sich um ein
jüdisches Sujet handelt, ist die Musik sicher viel lohnender als Weills Partitur für Werfels „Weg der Verheißung“!

Prof. Dr. Bernd Witte

Bubers Elija ist einer der wichtigsten Texte seiner Spätzeit, der schon im Jahr seiner Entstehung 1955 von Bubers Freunden, insbesondere von Werner Kraft,  brieflich kritisiert wurde, weil ihm die „dichterische Sprache“ fehle. Andererseits  hat Bubers Biograph Maurice Friedman schon früh bemerkt, dass in dem kurzen Dramentext Bubers ganze Auffassung der jüdischen Religion sowie sein Verständnis des biblischen Prophetentums enthalten sei. Auch nach seiner Veröffentlichung in Bubers Hausverlag Lambert Schneider im Jahr 1963 ist das Stück wegen seiner dramaturgischen Schwierigkeiten – es sieht in dreiundzwanzig Szenen über vierzig Einzelrollen und mehrere Massenauftritte von Baalspriestern, Propheten und Volk vor – erst 1966, also nach Bubers Tod, uraufgeführt worden, allerdings auch dann nur auf einer Studentenbühne an dem von katholischen Nonnen gegründeten Manhattanville College oft he Sacred Heart in Purchase, New York. Die „eigentümlichste Gestalt“ der jüdischen Sage, die Buber nach eigener Aussage mit dem Propheten Elias auf die Bühne stellen wollte, ist deshalb bis heute einem größeren Publikum unbekannt geblieben.

Buber hat sich schon früh mit dem Propheten Elias auseinandergesetzt, ja man kann sagen, er hat schon in seinem 1904 veröffentlichten Gedicht Elijahu  – wie dann in seinem Mysterienspiel – den Propheten als Ansprechpartner der Stimme Gottes ausgezeichnet. In einer Anmerkung zu seiner chassidischen Geschichte Elija von 1922 hält er fest, er sei „der stete Bote Gottes an die Menschenwelt […] als Vorbote des Messias, als Wecker und Rufer die träge Menschheit dem Kommenden zu bereiten“. Von dieser Einsicht ist auch die Charakterisierung des Propheten im Bühnenmysterium geprägt. Elija ist die einzige Figur des Stückes, die mit der „Stimme“  Gottes im Dialog steht. Er tritt als freies Ich dem jenseitigen Du gegenüber, spricht mit ihm, so wie Er mit seiner Stimme dem Ziegenhirt zuspricht, der dadurch zum „Künder“ Gottes vor den Menschen wird.