Film

Der Film

Es hat nicht lange gedauert, bis uns klar wurde, dass die Geschichte der Verbundenheit des Dirigenten Martin Fischer-Dieskau mit seinem Mentor Antal Doráti und dessen Monumentalwerk Der Künder der ideale Ausgangspunkt für einen Film sein kann. Kaum zu glauben, dass die Uraufführung so lange hat auf sich warten lassen. Jetzt – nach über dreißig Jahren – soll sie endlich Wirklichkeit werden. Der Stoff der Oper gehört nach Israel. Wir sind alle gespannt, auf welche Art und Weise sich das Museum of Tolerance in Jerusalem am besten in einen Aufführungsort für unsere Oper verwandeln lassen wird.

Unser Film will das einmalige Werk, seine Entstehungsgeschichte und den Prozess der Einstudierung einfangen.

Das ›Dokudrama‹, wie wir es auch nennen könnten, soll von Beginn an dabei sein und das Werden des Opernspektakels über mehr als zwei Jahre begleiten, von den Anfängen der Projektrealisierung bis zu den letzten der sechs geplanten Aufführungen in der fertigen Inszenierung.

Unser Team unter Leitung des Autors und Produzenten Reinhold Jaretzky interessiert sich für alles. Sogar die immensen Herausforderungen und Widrigkeiten der Sponsorenfindung sind Teil dessen, was die Kamera kommentieren wird. Der große Moment, in dem Dorátis Musik zum ersten Mal überhaupt von den Musikern des ›Galilee Orchestra‹ realisiert werden soll, gilt dem Team als fern leuchtender Fixstern, den es anzusteuern gilt. Kann es in Israel zu kritischen Reaktionen kommen, wenn eine Oper auf Deutsch gesungen wird? Wird die Botschaft von Martin Bubers Mysterienspiel Elija überhaupt richtig verstanden?

Im Fokus stehen zunächst die beiden Hauptaktivisten Achim Freyer als bildnerischer Schöpfer einer szenischen Lösung und Martin Fischer-Dieskau als Dirigent und Motor des ganzen Unternehmens. Des Weiteren treten natürlich alle Solisten vor dem Hintergrund des Jerusalemer und Prager Stadtgeschehens in den Vordergrund. Saleem Abboud Ashkar wird das israelisch-arabische Instrumentalensemble vorstellen. Wie die jeweiligen Impulse all dieser unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammenwirken können, um den vielfältigen künstlerischen wie logistischen Herausforderungen der einmaligen Initiative gerecht zu werden – inklusive aller möglichen Rückschläge – das soll und wird der Film auf die Leinwand bannen.

Vergessen wir darüber aber nicht unseren Auftrag: All denen, die nicht werden dabei sein können bei den Festivalaufführungen der großen Oper – und warum nicht auch zukünftigen Generationen – soll der Film etwas über Leben und Wirken der beiden Autoren Antal Doráti und Martin Buber erzählen. Wir werden unsere Kameras aus diesem Grunde auch während der internationalen Konferenz der Experten nicht ausschalten. Wie könnten wir! Der Film ist die einmalige Chance, der Uraufführung des Werkes von Antal Doráti in ihrem gesamten Entstehungsprozess beizuwohnen und etwas von der allgegenwärtigen Kreativität aufzuspüren, die sich von den beiden gleichrangigen Werkschöpfern auf ihre Interpreten übertragen soll. Auch im Film muss diese Kraft spürbar bleiben!